Ratlos

Diesen Monat bin ich an der Reihe mit der Andacht für die Homepage. Tatsächlich bin ich etwas ratlos, was ich schreiben soll. Vor „Corona“ hatte ich mir überlegt, etwas über die Fastenzeit zu schreiben. Das Motto der diesjährigen Fastenzeit ist „Zuversicht! Sieben Wochen ohne Pessimismus". Dieser Satz hat jetzt eine ganz andere Tragweite, als zu der Zeit, als das Motto ausgewählt wurde. Wer hätte vor ein paar Wochen gedacht, dass wir in eine derartige Krise geraten. Der Verzicht auf Pessimismus ist in der aktuellen weltweiten Situation besonders schwer und von freiwilligem Verzicht kann gerade auch nicht die Rede sein.

Ich weiß nicht, was morgen, nächste Woche oder nächsten Monat sein wird. Man kann unendlich viel dazu sagen und gleichzeitig macht es mich aber auch sprachlos. Eine Situation wie diese habe ich, haben wir alle, eben noch nie erlebt.

Arnd Brummer, Geschäftsführer der Aktion „7 Wochen Ohne“ meint, Zuversicht wachse in der Gemeinschaft. Er schreibt zum Motto: „Die Zuversicht wächst in der gelebten Gemeinschaft, im gelebten ‚Du bist nicht allein!‘. Und wenn du dich von Menschen im Stich gelassen fühlst, ist es Gott, der bei dir bleibt.“ Ich denke, er hat das geschrieben, als wir von Corona noch keine Ahnung hatten, aber für mich passt dieser Satz trotzdem gut zur aktuellen Lage. Gott hält uns, wenn wir den Halt verlieren zu scheinen, er bleibt die feste, unveränderliche Größe in unserem Leben.

Mir kommt in den letzten Tagen häufig meine Mutter in den Sinn. Sie hat mir vor einigen Monaten erklärt, sie könne nur gut einschlafen, wenn sie vorher gebetet habe. Sie würde dann immer ein Vaterunser beten, das würde alles einschließen und immer passen.

Das Vaterunser ist das am weitesten verbreitete Gebet des Christentums und es wird von Christen aller Konfessionen gebetet. Es verbindet uns Christen auf der ganzen Welt und umfasst all unsere wirklichen Bedürfnisse und Hoffnungen. Das gesamte Wertesystem des europäischen Abendlandes fußt auf der Lehre Jesu, die kurz und prägnant im Vaterunser zusammengefasst ist.

Und deshalb möchte ich nun mit euch beten:

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

Ich wünsche uns allen, dass wir diese Krise gut überstehen.

Ich hoffe, dass möglichst wenig Menschen an diesem Virus sterben müssen.

Ich bete, dass wir die Zuversicht und Hoffnung nicht verlieren.

Ich danke allen, die im Gesundheitswesen und in der Forschung intensiv daran arbeiten diesen Virus in den Griff zu bekommen.

Eure Petra Grüner

(BAK-Mitglied)