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„Gehet hin in alle Welt und machet zu Jüngern alle Völker.“ (Mt 16,15)
Als Christen haben wir diesen Auftrag von Gott bekommen.

Um jemanden zu einem Jünger zu machen, also ihm Gott näher zu bringen, müssen wir über Gott reden. Ich merke: Davor schrecke ich oft zurück. Vielleicht, weil ich nicht weiß, wie mein Gegenüber darauf reagiert? Weil ich Angst habe, ausgelacht oder belächelt zu werden?

Beim Blick in unseren Kirchenbezirk fällt mir auf, dass das auch in unseren Jungscharen und Jugendgruppen ein Thema ist. In einigen gibt es keine regelmäßigen Andachten oder irgendeine Art biblische Impulse, in manchen ist Gott überhaupt kein Thema. Dabei ist es uns als ev. Jugendwerk (und damit auch als Kirchengemeinden/CVJM) laut Satzung ein besonderes Anliegen, von Gott zu sprechen.

Vielleicht hängt mein selten-über-Gott-sprechen auch mit meiner Sicht auf mich selbst zusammen: Was kann ich den anderen schon erzählen? Ich kann das nicht, mir fehlen die Worte. Bei Streitfragen vielleicht auch: Hat nicht alles seine Berechtigung? Was ist eigentlich „richtig“? Im Pluralismus ist es manchmal schwer, einen eigenen Standpunkt zu finden.
Oder auch: Ich will die Anderen nicht langweilen mit dem, was ich age. Wenn ich da an manche Predigt im GoDi denke… puh. Da denke ich mir oft: Was hat das jetzt eig. mit mir zu tun? Glaube wird oft in Verbindung gebracht mit Langweile und Überflüssigem.

Ich finde es immer wieder spannend, anzuschauen, wie die Christen früher damit umgingen. Die Apostelgeschichte beschreibt folgende Situation:

Nach Jesu Tod sitzen die Jünger zusammen. Sind sehr depressiv. Sie wissen nicht, was sie tun sollen. Sie trauen sich nicht, raus zu gehen, und so wie bisher weiterzuleben, weil sie Angst haben. Angst vor den Römern und Juden. Angst davor, auch getötet zu werden, wenn sie weiterhin das tun, was Jesus ihnen gezeigt hat, und davon erzählen.

Dann kommt das Pfingstfest. Der Tag, an dem Gottes heiliger Geist über die Jünger kommt, ihnen ihre Angst nimmt. Sie bekommen neuen Mut, und erzählen frei von ihrem Glauben. Die Menschen, Juden und auch Ausländer, die gerade in Jerusalem versammelt waren, hörten sie in ihrer Muttersprache von Gottes großen Taten sprechen – so sprechen, wie sie es am besten verstehen konnten. Und die Menschen sind verwirrt.
Petrus erklärt ihnen, was passiert ist – das der Heilige Geist das bewirkt hat. Er geht auf seine Zuhörer ein. Er erklärt ihnen, dass das im Alten Testament schon angekündigt war. Und er erklärt ihnen, wer Jesus war – aus ihrer Lebenswelt heraus, mit Bezügen zu ihren Verheißungen, Hoffnungen, Anfragen und Zweifeln. Und die Menschen verstanden es.
„An diesem Tag wurden etwa 3000 Menschen zur Gemeinde hinzugefügt“.

Das war ein enormer Zuwachs: von den 12 Jüngern und den Anhängern, vielleicht hundert, 120 Leute, zu 3000. Dadurch, dass Petrus ihnen einfach von Gott erzählt hat.

Aber reden kann man viel – das sagt noch gar nichts. Wenn es nur bei Gerede bleibt, bringt das nichts.

In der Urgemeinde bleibt es nicht dabei. Die Menschen „blieben beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet“: Sie gingen zusammen in den Tempel, in Gottesdienste; erzählten sich von Jesus, erinnern sich an sein Tun und Reden; Sie aßen zusammen, teilten alles, was sie hatten, ihre Güter, Gaben, ihr Geld. Sie feierten Abendmahl, lobten Gott aus vollem Herzen und beteten zu ihm. Sie taten das, was Jesus ihnen vorgelebt hatte.

Und es heißt: Sie waren angesehen beim ganzen Volk. Die Leute, vor denen sie ein paar Tage vorher noch Angst hatten, vor denen sie sich versteckt haben, achteten sie. Sie fielen auf – aber keiner lachte sie aus. Keiner verachtete sie. Ihr Lebenswandel war so authentisch, so glaubhaft, so friedvoll, dass sie in der großen Menschenmenge der Stadt aufgefallen sind. Dass immer mehr Menschen gesagt haben: Wow, da muss was dran sein an dem, was ihr sagt. Es kamen jeden Tag mehr Menschen zur Gemeinde. So viele, dass wir heute noch davon wissen. ;-)

Ein Punkt, den ich aus dieser Geschichte mitnehme, ist: Das, was wir erzählen, sollte sich auch in unserem Leben wiederspiegeln und nicht nur leeres Gerede sein. Versuche ich, so zu handeln wie ich es erzähle? Dabei geht es mir nicht nur darum, wenn wir von Glauben reden, von Nächstenliebe und solchen Sachen. Sondern um alles, was wir sagen. Alles, was wir von anderen Menschen erwarten, als Ideal darstellen.

Wenn das, was ich jemandem entgegen bringe, nicht nur eine Maske ist, eine leere Hülle und leeres Gerede, sondern authentisch ist, dann kann eine gute Beziehung untereinander entstehen.

Als ich jünger war, habe ich Leute kennen gelernt, bei denen ich gemerkt habe: Das was sie sagen ist nicht nur eine Hülle. Die meinen das ernst. Und dadurch bin ich neugierig geworden auf das, was sie auch zu sagen haben, habe wirklich zugehört. Dadurch habe ich von Gott erfahren.

Ich wünsche mir, dass wir immer mehr lernen, ehrlich zueinander zu sein, offen miteinander zu reden über uns, unsere Meinung, auch über unseren Glauben und unsere Zweifel.

Ich wünsche mir, dass wir nicht nur labern, sondern über die Dinge reden können, die uns wichtig sind. Egal ob in der Familie, mit Freunden oder in den Mitarbeiterteams und Gruppen, in denen wir unterwegs sind.

Dass unser Gegenüber durch das was wir sagen und tun auch neugierig wird auf den Glauben, damit sie Gott und seine Liebe erfahren können.

Ich finde es sehr beruhigend zu wissen, dass es am Ende nicht nur auf uns ankommt – Gott wirkt in allem, was wir tun, auch wenn es nicht vollkommen ist.

Nadine Müller, Bezirksjugendreferentin