Letzten Samstag hab ich (endlich) einmal wieder intensiv Zeit mit Gott verbracht. Zeit für und Zeit mit IHM. Nein, nicht das, was du denkst: Ich war nicht im Gottesdienst, ich war bei keiner Andacht, keinem Gemeinde-Essen und auch sonst bei keiner Veranstaltung meiner oder einer anderen Kirchengemeinde. Ich war zuhause. Einfach nur daheim. Allein. Irgendwie nicht ganz alltäglich, weil normalerweise meine Frau bzw. mindestens ein Kind um mich herum unterwegs ist, wenn ich zuhause bin. An diesem Samstag war das anders. Meine Frau war mit den Kids bei meinen Schwiegereltern auf der Alb. Ich hatte also einen Tag nur für mich. Daheim - in den eigenen vier Wänden. Klar, jetzt könnte man auf den Gedanken kommen: Sturmfrei! Yes! Niemand da, nachdem man sich richten muss; keine ToDos! Ausschlafen, ne Pizza bestellen, ein oder auch zwei Gläschen Wein am Abend und endlich mal ein paar Folgen der Serie auf Netflix am Stück anschauen, die ich schon lange auf meiner Bucketlist habe.

Aber weit gefehlt: Ich habe tags zuvor mit meiner Frau vereinbart, dass endlich mal wieder ein gründlicher Wohnungsputz ansteht: Betten frisch überziehen, alle Räume saugen, Bad gründlich putzen, Wäsche waschen, abstauben,... Und dazu hatte ich an diesem Samstag Zeit; im Gegenzug war meine Frau mit den Kids unterwegs und hielt mir so den Tag zuhause frei - soweit der Deal. Klar, einer musste es ja machen. Also, ran ans Werk! Und was für mich bei solcher Hausarbeit nicht fehlen darf ist Musik; christliche Songs von einer Spotify-Playliste. Zunächst ächzte ich, weil ich augenscheinlich noch so viel Aufgaben vor mir hatte. Aber mit der Zeit veränderte sich mein Blick. Durch die Musik und die einzelnen Songs (von "I am loved" von Mack Brock über "Made New" von Lincoln Brewster zu "Living hope" von Phil Wickham und noch vielen anderen mehr) kam ich in eine Art betende Haltung hinein und die Arbeit machte mir immer weniger Mühe. Klar, es war immer noch Arbeit, aber ich tat sie mit einer anderen Haltung. Meine vorherrschenden Gedanken waren nicht von dem bestimmt, was an Arbeit noch vor mir lag. Ich kam immer mehr in eine betende, hörende, dankbare (Grund-)Haltung hinein. Das tat gut. Und irgendwann zwischen dem Überziehen eines Bettes und dem Abstauben eines Regals begriff ich: Ich verbringe hier gerade intensiv Zeit mit Gott! Ich sing bei den Songs mit, rede mit IHM, leg IHM das hin, was mir das Leben schwer macht. Ich merke aber auch wie dankbar ich für all das sein kann, was ich bin und was ich habe.

Ich weiß: Solche Momente, solche Zeiten kann man nicht bewusst erzeugen - sie passieren einfach. Sie werden uns geschenkt. Und solche Momente können für jeden und jede ganz anders aussehen. Für die einen ist es beim Putzen oder im Gottesdienst, für die anderen beim Spaziergang in der Natur oder bei der täglichen Bahnfahrt zum Studium, in die Schule oder zur Arbeitsstelle. Ich wünsche dir, dass du in deinem Leben und so wie es zu dir passt auch solche Nah-Momente mit Gott erleben kannst. Lass dich darauf ein und vertraue auf IHN!

"Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der HERR: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung. Und ihr werdet mich anrufen und hingehen und mich bitten, und ich will euch erhören. Ihr werdet mich suchen und finden; denn wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen, spricht der HERR."
Jeremia 29,11-14a (Übers. Luther 2017)

Florian Neuhäuser
Bezirksjugendreferent