Zwei Männer unterwegs.

Zu zweit unterwegs sein, nur zu zweit, das kennen wir heute auch. 😊  In der Bibelgeschichte, um die es mir geht, gab es aber kein Corona und keine Kontaktbeschränkungen. Warum waren die Männer also nur zu zweit unterwegs, und wohin?

Jesus war gekreuzigt worden, ist gestorben und begraben worden. In Lukas 24 steht, dass die Frauen die ersten am leeren Grab waren. Sie erfahren: Jesus ist auferstanden! Und sie machen sich auf den Weg zu den Jüngern, um ihnen davon zu erzählen. Ein Grund zur Freude!

Die beiden Männer haben sich daraufhin aufgemacht in ein Dorf, zehn Kilometer von Jerusalem entfernt. Freudig sind sie aber nicht. Das Gehörte scheinen sie noch nicht verarbeitet zu haben, sie scheinen Zweifel zu haben. Was sie in diesem Dorf wollen? Keine Ahnung! Darüber wird nichts erzählt. Ich stelle mir vor: Sie wollen einfach mal raus. Weg aus dem Deprimierenden, dem was gerade für sie Normalität wird. Das wäre mein Wunsch heute auch…

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Die beiden Männer waren Jünger. Mehr wird über sie nicht erzählt. Was sie sonst wohl verbindet? Ich denke darüber nach: Wer ist es, mit dem ich auf dem Weg bin? Der meine „Kontaktperson“ ist, mit der ich gerade unterwegs bin? Oder der mir auf Distanz trotzdem nah ist. Wer ist es, mit dem du dich unterhalten kannst über das, was dich bewegt? Deine Gedanken beschäftigt? Dich vielleicht sogar traurig macht? Wer ist der, mit dem du deine Ideen teilst, dem du deine Fragen stellst? Der da ist, wenn sich dein Leben verändert?

Die beiden Männer waren das wohl füreinander. Sie reden über das, was sie bewegt: Ihr Leben wurde durch den Tod Jesu definitiv verändert. Bisher waren sie ihm gefolgt. „Wir dachten, er wäre der Erlöser, brächte Glück, das Heil, uns zu Gott. Aber das kann er jetzt wohl nicht mehr“, höre ich sie denken. Wie sollte es weitergehen?

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Da kam einer dazu. Wenn heute ein dritter dazukommt, bin ich erst mal vorsichtig. Nur zwei! Vielleicht hält der dritte ja auch 1,5 Meter Abstand, wie es sich gehört. Und trägt einen Mundschutz. 😉

Sicher ist: Er geht mit den beiden Männern weiter. Und er fragt nach: „Worüber unterhaltet ihr euch? Was beschäftigt euch? Was ist geschehen?“ Als ob er nichts von dem wüsste, was in den letzten Tagen geschehen ist. Er lässt es sich erklären.

Wir wissen natürlich schon jetzt: Das ist Jesus. Was ich herauslese: Jesus will, dass ICH ihm selbst sage, was mich bewegt. Er will nicht „raten“ oder allmächtig von sich aus einfach handeln. Er wartet, bis ich da und bereit bin.

Wann hast du dir zuletzt wirklich Zeit genommen, mit Jesus zu sprechen? Ihn teilhaben lassen an deinem Leben, deinen Gedanken? Ganz explizit? Vielleicht ist dafür jetzt die Zeit.

Die Männer formulieren ihre Gedanken. Ordnen sie. Und ich denke: Vielleicht wäre das für uns auch gut? Aber für die Erkenntnis, dass das Geschehene so bei den Propheten so angekündigt war und Jesu Tod so kommen musste, dafür braucht es Jesus, der das noch mal klar sagt. Der da präsent war. Heute würde ich sagen: Es braucht den Heiligen Geist, der Erkenntnisse schenkt.

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Die beiden Männer haben Jesus nicht erkannt. Wenn man die Geschichte im Markusevangelium liest, steht da nur ein Satz: „Danach erschien Jesus zwei von ihnen in einer anderen Gestalt, als sie unterwegs waren.“  Wenn Jesus eine andere Gestalt annimmt, wie sollen sie ihn dann auch erkennen? Auch heute ist es schwierig, Gott zu erkennen. Durch wen oder was redet Gott? Wodurch zeigt er mir: Er ist da und hat (mich) verstanden? Was erinnert mich daran, dass Gott meinen Weg mit mir geht?

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Die beiden Jünger erkennen Jesus erst, als sie zusammensitzen und essen. Sie erkennen ihn daran, wie er das Brot bricht und dafür dankt. Dann verschwindet er. Die Männer brechen sofort auf, zurück nach Jerusalem. Dort erzählen sie den anderen Jüngern davon. Sie haben erlebt: „Der Herr ist wirklich auferstanden!“

Wo erlebst du unseren lebendigen Gott? Das würde mich interessieren. Erzähl davon! Mir, uns und anderen. Vielleicht gibt das auch Anderen Mut und Kraft in den Zeiten, die schwer, ungewohnt oder neu sind.

Bleib fröhlich!
Nadine