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Unsere neue Jugendreferentin

Gemeinsam bauen wir eine neue Welt! – mein Motto fürs ejgp

Sie reist immer mit dem Zug von Ulm nach Göppingen, nachdem sie aus dem Rhein-Main-Gebiet nach Baden-Württemberg gezogen ist. 
Aber ein bisschen was zu mir, um mehr als mein Bild kennenzulernen.
Ich bin neu in Göppingen, im ejgp und auch in Baden-Württemberg. Seit letztem Jahr wohne ich in Ulm und habe eine große Freude daran, mit dem Zug ins Büro zu reisen. Zumindest solange mich die Bahn nicht mit weiteren Streiks oder Baustellen überrascht. Vorher war ich lange im Rhein-Main-Gebiet rund um Frankfurt und Mainz aktiv, deshalb habt bitte ein wenig Geduld mit mir, ich muss erst manch schwäbische Tradition und Besonderheit hier kennenlernen. Die Spätzle haben mich schon sehr überzeugt, bei der Kehrwoche tu ich mir noch ein wenig schwerer.

Das Ejgp und ich: Was hat mich überzeugt, was mache ich hier? Warum ich im EJGP bin?
Das erste Bild vom ejgp hatte ich im Freizeitprospekt und auf der Homepage: Schön, bunt, inspirierende Eindrücke und Impressionen, viele Aktive im ejgp mit kreativen Ideen und großem Engagement. Man spürt die schöne Atmosphäre und Motivation und mit wie viel Spaß ihr gemeinsam unvergessliche Erlebnisse und Glaubenserfahrungen für Jüngere schafft. Das macht einfach Lust, ein Teil davon zu sein- egal ob beim Zelten, beim Skifahren oder beim Seminar in Rötenbach.
Dann sah ich in der Geschäftsstelle eine Hängematte und hatte viele tolle Begegnungen. Nach meinem ersten Besuch hier blieb die Erinnerung an einen angenehmen Pizzageruch statt Papiertiger und cleaner Büroatmosphäre – das hat mir noch mehr bestätigt, hier will ich wieder kommen.

Ich brauche euch – das ejgp lebt von den vielen Aktiven, die mitgestalten
Von außen ist es nicht leicht einen konkreten Einblick zu kriegen, wie einzigartig das ejgp ist. Deshalb bin ich sehr gespannt, auf euren Blick und eure Wünsche zum ejgp und an mich. Was macht das Engagement für euch hier besonders, was hat euch überzeugt und wie kann ich euch dabei helfen, die unvergesslichen Freizeiten, das hohe Engagement des ehrenamtlichen Teams und die vielen Ideen weiter so umzusetzen. Schaut doch einfach mal im Büro vorbei, ich freue mich über Besuch, oder schreibt mir einfach per Handy unter Flos Nummer.

Auf was freust du dich im ejgp? An meinem Job liebe ich…
Als erstes im Büro fand ich eine Karte: „Göppingen als Ort der Vielfalt“. Da bin ich gerne, weil ich Toleranz gegenüber allen Menschen und Solidarität als selbstverständliche christliche Werte sehe. Genauso wie das Selbstverständnis, sich gegen antidemokratische Haltungen und Einstellungen einzusetzen, nicht erst seit ich mit befreundeten, geflüchteten Jugendlichen für ihre Rechte in Hamburg demonstriert habe.
Ich schätze auch generell die Vielfalt der Herausforderungen in meinem Job, dazu gehört vor allem, sich gemeinsam auch politisch für Veränderungen und Ziele einzusetzen. Dies fordert eine gewisse Flexibilität: man muss fast immer erreichbar sein, denn Kinderrechte und Anliegen der Jugend kann man nicht nur in den Bürozeiten leben. Dazu darf man sich immer wieder neu erfinden und kreativ werden: auch beim digitalen Arbeiten, in der Hängematte, auf dem Balkon oder auch im Zug. Es gibt immer genug Zeit und Orte, von denen aus, sich was bewirken lässt. Es ist zwar schon einiges passiert, aber es gibt immer noch viel zu tun ist: Die Wahrnehmung mehr auf die Anliegen von Kindern zu legen, die Forderungen von Jüngeren lauter und bekannter zu verbreiten oder bessere jugendgerechtere Lösungen für die anstehenden, gesellschaftlichen Herausforderungen zu finden.

Wie kam ich zur Kirche? Das Beste an der (evangelischen) Jugendarbeit ist… Wie hat Jugendarbeit dich geprägt?
Nach meiner Konfizeit wurde bei mir durch Freizeiten und als Ehrenamtliche der Funke entfacht, in der Evangelischen Jugend selbst aktiv zu sein. Hier habe ich eine Gemeinschaft gefunden, in der man angekommen und angenommen ist, egal wer man ist. Getragen vom gemeinsamen Glauben entsteht bei allen eine besondere Kreativität, Geduld im Umgang miteinander und eine Kraft, die unvergleichlich intensiv und gleichzeitig inspirierend ist.
Kirche und Glaube wird spürbar und das stärkt, sich mehr füreinander einzusetzen und Veränderungen zu erreichen. Egal, ob bei Feizeiten oder bei Jungscharstunden, man schafft Momente und Erinnerungen, die lange bleiben und stark machen für eine herausfordernde Zukunft.

Ohne Jugendarbeit hätte ich nie erfahren, dass man als junger Mensch was bewegen kann – auch politisch. Und das ist so prägend, dass ich seit 15 Jahren nicht mehr anders kann, weil es einem so viel gibt. Seitdem habe ich Jugendgruppen und Freizeiten geleitet, in denen Jüngere wirklich mitentscheiden dürfen.
Das überzeugt mich so bei Jugendverbänden, wie das ejgp einer ist: Man kann sich einbringen, mit dem, was man gut kann und so Freizeiten wie Gesellschaft gemeinsam gestalten. Das macht Mut, für die eigenen Ziele einzutreten. Sich etwas zu zu trauen, etwas verändern zu wollen und beharrlich zu sein, bis man etwas bewirkt hat.

Manchmal tut es auch gut, etwas anderes zu sehen, nur hat mich kein anderer pädagogischer Bereich so überzeugt. Deshalb will ich beim ejgp alle meine Erfahrungen wie bei einem Puzzle zusammenbringen: Während meines Studiums als Kindheitspädagogin und in der Sozialen Arbeit hatte ich Einblicke in die aktive Kinder- und Jugendarbeit, auch bei anderen Verbänden und Gruppen, in der Kita, im Hort, egal ob auf dem Land oder in der Stadt, in der offenen Jugendarbeit im Jugendzentrum, in der mobilen Arbeit als Spielmobilleiterin oder als Trainerin im Sportverein. Egal ob im Zirkus auf Hocheinrädern, bei jungen aktiven Ehrenamtlichen, im Ausland oder auch digital: Immer war Mitbestimmung gefordert und Bewegung gewünscht.
Überall begegneten mir neue Impulse und Anstöße von jungen Menschen, ihre Themen und Fragen.
Das geht über Jugendliche, die in queeren Communities endlich Vorbilder und Identität finden, junge Geflüchteten, die erfahren, dass Zelten auch etwas Schönes sein kann und viele weitere belebende Begegnungen.
Am meisten beeindruckt hat mich aber jedes Mal, wenn die Mitbestimmung in Gruppen Früchte getragen hat. Etwa Kinder, die von der Stadtpolitik neue Spielplätze einforderten und Jugendliche, die nicht müde werden, bei ihren Themen wirklich mitbestimmen zu wollen.
Dann hinterlässt (Evangelische) Jugend(Verbands-)arbeit Spuren und prägt ein Leben lang – und lässt einen immer höhere Berge und Ziele erklimmen.

„Sag nicht: Ich bin zu jung!“ (Jeremia 1,7) – Hier beim ejgp können junge Menschen mitreden
Ich werde oft gefragt: Evangelische Jugend, das ist doch voll starr diese kirchlichen Strukturen und da kann man doch nichts verändern? Ich bin jemand, die hat eher das Gegenteil erlebt und will das auch weiter vorleben. Deshalb ist mein Ziel als Bezirksjugendreferentin, alle anzustecken, mitzumachen und sich einzubringen.
Manchmal gelingt das auch an unerwarteten Orten: Wie beim Kirchentag in Dortmund, der wirkt an sich starr gegliedert. Wir haben es geschafft, durchzusetzen, mit Kindern Städte aus richtigem Holz zu bauen. Dann waren die Jüngeren so motiviert im selbst gegründeten Parlament, noch weitere, eigene Ideen zu initiieren und umzusetzen.
Das spornt mich an, wenn ich merke, da passiert etwas, man stößt was an und es hinterlässt Spuren der Selbstempowerns.
Gerade durch die Pädagogik und Gruppen bei Freizeiten erleben sich Kinder selbst und man stärkt sie. Hier finden junge Menschen einen Ort, wo sie Glauben und Kirche erleben können sowie selbst das Heute und Morgen gestalten können.
Aber nicht nur in den Ferien ist das ejgp als Jugendverband für Kinder und Jugend da: Vor allem heißt es für mich, in diesem Bereich zu arbeiten, dass man sich immer für Kinder und Jugendliche einsetzt, auch politisch. Indem man der Jugend und ihren Themen eine Stimme gibt, sie laut und sichtbar macht. Gemeinsam kann man so wirklich was bewegen und die Zukunft und Politik so gestalten, dass es noch besser wird für alle, vor allem für die Jüngeren.
Aber: Alleine geht es nicht – lasst uns zusammen für heute und morgen die Welt gestalten – im ejgp, in der DV oder im BAK.

Gibt es eine verrückte Idee, die du bisher noch nicht umsetzen konntest, aber gerne umsetzen würdest?
Bei all den Herausforderungen gerade finde ich es verrückt, zu überlegen, was wir positiv aus der Pandemie gelernt haben. Ein wenig mehr Ruhe und Rückzug im Alltag zum Durchschnaufen, Wohnzimmersport mit der Lieblingstrainerin egal wann oder auch langfristige Verbesserung der Jugendarbeit. Man musste kreativer werden und alte Dinge hinterfragen, die auch neu denken. Wir sind doch nicht umsonst digitale Videokonferenz-Pros geworden. Jetzt kann man auch was daraus machen: Etwa digitale Seminare, die nicht mehr zeitgebunden sind und auch bequem vom Bett aus verfolgt werden können. Das erspart lange Anfahrtszeiten und bringt mehr Flexibilität. Das gleiche gilt für die Option zu digitalen und hybriden Sitzungen, die vorher oft wegen zu wenig Anwesenheit zu platzen drohten. Die können das Leben erleichtern, unsere Terminkalender entschlacken und so kann man auch Leute zuschalten, die nicht vor Ort anwesend sein können. Das finde ich verrückt gut, aber auch noch Zukunftsmusik!

Auf das könnte ich in meinem Job auch gerne verzichten…
Mir sind demokratische Abstimmungsprozesse sehr wichtig, sie fordern aber auch viel „Sitzfleisch“, weil Aushandlung geht nicht immer schnell. Ich bin oft durch viele gute Ideen so motiviert, schnell etwas zu verändern– und das am besten gleich. Manchmal bin ich ungeduldig im Warten auf die Umsetzung von Prozessen und Ideen, gerade auch in der Politik. Sie brauchen oft ihre Zeit – deshalb gab es oft zu spät aktuelle Informationen zur Planung von Sommerfreizeiten. Darauf würde ich gerne verzichten und wünsche mir eine Politik und Verwaltung, die frühzeitig und langfristig an die Jugend denkt – und bequeme Stühle, wenn es mal wieder länger dauert.

Damit macht man mir eine Freude…
Schokolade, Kaffee, gute Musik, Hängematte oder alles zusammen.
Vor allem aber, wenn wir es schaffen, die Pandemie zu bekämpfen und alle über Impfung nachdenken, damit nach der Corona-Zwangspause und dem Break für die Jugendarbeit wir wieder richtig durchstarten können. Mich demotiviert es, dass wir ständig alles umstrukturieren müssen, um sich immer wieder an die neuen Regeln anzupassen. Vielleicht können alle noch mehr solidarisch mit den Jüngsten sein und mehr über das Impfen nachdenken, damit perspektivisch die Jugendarbeit nicht weiter eingeschränkt wird. Denn die neuen Formate ersetzen in keinster Weise das, was junge Menschen so schätzen. Deshalb wünsche nicht nur ich mir, endlich wieder richtige Freizeiten in Präsenz mit intensiver Begegnung und unvergesslichen Momenten.

Am wichtigsten ist mir aber gerade jetzt hoffnungsvoll in die Zukunft zu schauen:
„After rain there’s a rainbow, after a storm there’s calm, after the night there’s a morning, and after an end there’s a new beginning“ (engl. Sprichwort).

Du hast Anregungen oder Fragen? Dann schreib uns!

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