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Gründonnerstag-Nacht

„Warum ist diese Nacht anders als die übrigen Nächte?“ So lautet die Frage, die in der jüdischen Tradition zur Eröffnung des Pessachfestes von einem Kind gestellt wird. Gemeinsam wollen wir dem letzten Pessachfest von Jesus nachspüren – und den Dingen, die in dieser Nacht geschehen sind. Verschiedene Personen tauchen auf und spielen eine wichtige oder weniger wichtige Rolle. Wer sind sie? Wer bin ich? Und wie ist meine Rolle? Die Bibelgeschichte eröffnet Räume, um über uns selbst nachzudenken und über unseren Glauben an Gott.

Start ist um 18.30 Uhr mit einem biblischen Essen im CVJM-Vereinsheim. Um 20 Uhr beginnt der Gemeindegottesdienst in der Stiftskirche. Anschließend sind alle herzlich eingeladen, dort zu verweilen: Bis 6.00 Uhr gibt es zu jeder vollen Stunde ein Stundengebet. Dazwischen laden verschiedene (Gebets-)Stationen zum Verweilen ein.

Wer sich gerne künstlerisch ausprobieren möchte, darf  im Laufe der Nacht ins CVJM-Vereinsheim kommen. Dort wartet eine kreative Aktion mit Farben und Leinwänden auf Besucher.

Wir freuen uns, wenn du vorbei kommst – gerne auch nur Stundenweise.

 

Termin:

Donnerstag, 18.04.2019, ab 18.30 Uhr bis Freitag, 19.04.2019, 7.00 Uhr

Stiftskirche und CVJM-Vereinsheim Faurndau

 

Ablauf der Gründonnerstag-Nacht

18.30 Uhr
Biblisches Essen im CVJM-Vereinshaus

20.00 Uhr
Gemeinsamer Bginn in der Stiftskirche - Gottesdienst

danach
Auftakt zur Nachtaktion

22.00-06.00 Uhr
Gebetsstationen in der Stiftskirche
Kreativaktion und Raum zur Begegnung im CVJM-Vereinsheim

Zu jeder vollen Stunde; Stundengebet in der Stiftskirche

Platz für Isomatte und Schlafsack für alle Müden :) 

6.00 Uhr
Gemeinsamer Abschluss
Dann Frühstück

 Du kannst zu jeder Zeit vorbei kommen, und gehen wann du willst. Wir freuen uns auf jeden Besucher!

 

 

 

 

 

 

 

Wow, was für ein Abend! Ich bin mit dem Shuttle-Bus und ohne große Erwartungen nach Adelberg zur ChurchNight gekommen. Aber was die Jugendlichen da auf die Beine gestellt haben: Hut ab!

Zuerst der Jugendgottesdienst: Inspirierende  Musik von Life turns gold, einer jungen Band aus dem ejw Geislingen. Die fünf solas (oder muss es solen oder soli heißen?!) von Martin Luther hatten die Teilnehmenden der hoch³-Schulung, die den Gottesdienst geplant hatten, als Thema gewählt. Aber das war noch nicht alles: Ein bewegendes Abendmahl und Gebete in „Vong-Sprache“ rundeten den Gottesdienst ab.

Anschließend gings für die gut 160 (meist) jungen Besucher ins nahe Gemeindehaus: Essen wie zu Luthers Zeiten – mit Luth’rischen Würsten aus Oberschwaben, Erbspüree und mehr stärkte man sich, um ins Luther-Quiz einzusteigen. Danach konnte man sich  u.a. beim Lightpainting oder in der Fotobox kreativ betätigen. Oder man ließ sich von den Adelberger Konfis einen alkoholfreien Cocktail mixen.

Das Ende bildete ein liturgischer Abschluss mit Poetry, Gebeten, Musik und einer  Segensaktion. Nachhause gefahren bin ich mit vielen positiven Eindrücken und der Musik des ChurchNight-Radios, das in diesem Jahr Mitarbeitende aus der ev.  Jugendarbeit für alle ChurchNight-Begeisterten bei radio fips initiiert hatten.

 

Bilder der Churchnight sind hier zu finden!

Die Stadtkirche Göppingen freitagmorgens um halb acht:

Die Glocken fangen an zu läuten, um einen ganz besonderen Tag und eine ganz besondere Nacht zu beginnen.

Der Kirchenraum wird nur von ein paar Beleuchtungen  in helle Farben gehüllt und lassen einzelne Personen erkennen. Dann ertönt eine einzige Stimme und breitet sich im ganzen Raum aus: „Das Neue Testament. Das Evangelium nach Matthäus.“ Die Frau, die vorne an einem schlichten Tisch mit einer Leselampe sitzt, liest ruhig und konzentriert aus der neuen Lutherübersetzung.

Dies ist der Beginn der Bibellese-Nacht „sola scriptura“, veranstaltet vom ejgp und dem Schuldekanat.

Ab diesem Moment wird in der Stadtkirche innerhalb von 30 Stunden versucht, das komplette Neue Testament in der Fassung der neuen Lutherbibel 2017 am Stück vorzulesen. Schulklassen, christliche Jugendgruppen, Mitarbeitende und Einzelpersonen gaben ihre Stimme für diese besondere Nacht, in der Gottes Wort laut wurde und jedem Interessierten erzählt wurde.

Bilder von sola scriptura gibt es hier. 

 

 

 

Impressionen aus der Gründonnerstag-Nacht

Gründonnerstag, 9:50 Uhr:
Ankunft im CVJM-Heim in Faurndau. Erst mal Kaffee kochen.

10.00 Uhr:
Hektische Betriebsamkeit stellt sich ein: Räume leeren, Material aus dem Hänger räumen.

10.16 Uhr:
Die Küchenmannschaft trifft ein. Letzte Details zum Einkauf werden besprochen. Mit wie vielen Menschen rechnen wir eigentlich?

10:23 Uhr:
Turnübungen auf dem Baugerüst zum Lampen anbringen. Kraftübungen im Saal – beim Folien auslegen und Kreuze schleppen. Herausforderung: Kaffee nicht kalt werden lassen.

11:09 Uhr:
Paralleler Abmarsch zum Einkaufen und zum Aufbauen in die Kirche.

13:00 Uhr:
Inzwischen sieht die Kirche anders aus – weniger Stühle, mehr Lichter. Kissen in der Ecke. Beamer auf der Empore. Eine Mauer in der Schriftenecke. Rauchende Köpfe: Für manche Gebetsstationen geben die LED-Strahler, so wie sie stehen, nicht genügend Licht. Was gibt es für Lösungen?

Sieben Stationen sind fast fertig aufgebaut – zwei davon schon wieder abgebaut. Während dem Gottesdienst und der anschließenden Konzertprobe kann noch nicht alles stehen.

13:18 Uhr:
Oliven und Tischdecke vergessen. Das Küchenteam geht noch mal einkaufen. :D

13:30 Uhr:
Bei Brezeln und süßen Stücken noch mal drüber philosophieren, wie viele Menschen am Abend wohl kommen. Aufregung stellt sich ein. 

[… Zeitsprung …]

17:55 Uhr:
Das Bastelmaterial steht bereit. Der „Tisch“ ist geklebt und gedeckt. Die Käse- und Wurstwürfel sind geschnitten und das Gemüse hat den Weg in die Schälchen gefunden. Im Tagesraum ist Platz und die Tafel wünscht schon jetzt allen, die später dort schlafen wollen, eine  „Gute Nacht!“. Aufbruch zum Gottesdienst, der gleich beginnt.

18:45 Uhr:
Mitarbeitende schleichen sich heimlich aus der Kirche: Fladenbrot warm machen, Essen aus dem Kühlschrank räumen. Kerzen anzünden. Wer wohl nach dem Gottesdienst den Weg ins Vereinsheim finden wird?

19:08 Uhr:
Wow! Der Kleine Saal ist so voll, dass man kaum mehr einen Platz zum Sitzen findet. Die Jüngsten sind wohl ein paar Konfirmanden. Viele Mitarbeitende sind gekommen – aus unterschiedlichen Arbeitsbereichen, in einer großen Altersspanne. Die Ältesten haben wohl schon über 50 Jahre auf dem Buckel. Alle freuen sich auf das „biblische Essen“ und unterhalten sich angeregt miteinander.

19:25 Uhr:
Als der NWZ-Redakteur kommt, zählen wir über 40 Personen im Saal.

20:15 Uhr:
„Was ist eigentlich das Leben?“ Eine kleine Fabel stimmt uns auf das Thema dieser Nacht ein und zeigt verschiedene Dimensionen des Lebens auf. Nachdenkliche Stimmung.

21:01 Uhr:
Aufbruch zur Nachtwanderung. Ein paar Kilometer an der frischen Luft. Ein paar gute Gedanken zum von Wolfgang Lang liebevoll gestalteten Kreuz.

23:00 Uhr:
„Warum ist diese Nacht anders als die anderen Nächte?“ Nachdem die Klangschale verklungen ist, eröffnet Pfarrerin Rilling mit dieser Frage das erste Stundengebet, zu dem über 30 Menschen gekommen sind. Singen, ein Abschnitt des Bibeltextes und Gedanken dazu, Stille und Gebet – dazu werden wir uns ab jetzt zu jeder vollen Stunde treffen.

Anschließend gehen alle auseinander, jeder tut das, was für ihn gerade richtig ist: Ideen-Sammeln für die Kreativaktion im Saal. Gespräche im Keller. Stille und Zeit für Gott in der Kirche. Einige (Langweiler ;)) machen sich auf den Weg in ihr Bett.

01:54 Uhr:
Es ist schwer, sich vom Gestalten des eigenen Kreuzes loszureißen, um rechtzeitig zum Stundengebet in der Kirche zu sein. Nicht jeder findet den Weg hinüber. Einzelne sind schon auf ihrer Isomatte eingeschlafen.

03:00 Uhr:
Der Tiefpunkt ist erreicht – zum Stundengebet finden sich neun Personen ein. „Bleibet hier und wachet mit mir“ wird nicht nur beim Singen eine Herausforderung.

05:13 Uhr:
Die paar Menschen, die nicht direkt nach dem Stundengebet auf dem Teppich im Chorraum zum Liegen kommen, um kurz die Augen auszuruhen, merken: Langsam dämmert es draußen.

06:00 Uhr:
Zum letzten Stundengebet sind alle wieder wach – und immerhin 20 Personen noch da! Wir schauen uns ein paar der Kreuze an, die in den letzten Stunden entstanden sind. Ein Armband soll jeden an seinen wichtigsten Gedanken aus dieser Nacht erinnern. Jetzt geht’s erst mal zum Frühstück.

??:?? Uhr:
Die Mitarbeitenden schauen vorsichtshalber nicht mehr auf die Uhr. Das Haus ist sauber und geputzt, die Kirche in ihrem Ursprungszustand, das Material wieder im Hänger, und wir sind zufrieden mit dieser Gründonnerstag-Nacht. Sollten wir das nächstes Jahr noch mal wiederholen? Vielleicht sollten wir auch zuerst mal schlafen gehen.

Bilder von der Gründonnerstag-Nacht gibt es hier.