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Monatsandacht April

Das darf doch alles nicht wahr sein! Zwei Jahren lang hielt uns die Pandemie gefangen. Private Feiern fanden nicht statt oder wurden verschoben, Großveranstaltungen – wie Konzerte oder Sportveranstaltungen – abgesagt, Kinder- und Jugendarbeit möglich, aber unter zum Teil strengen Auflagen, auf Abstand und zahlenmäßig begrenzt, unsere Kontakte eingeschränkt.  Mit dem beginnenden Frühling dann ein Lichtblick, Hoffnung keimt auf: die Beschränkungen fallen.

Doch es gibt keine Zeit zum Durchatmen. Schon erschüttert uns die nächste Katastrophe: der brutale Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine. Zerstörte Städte und Häuser, Bilder von weinenden Kindern, von Menschen auf der Flucht mitten in Europa, ihnen sind die Verzweiflung und die Angst ins Gesicht geschrieben. Sie wurden ihrer Heimat beraubt, haben Familienmitglieder verloren. Ein Rucksack mit ein paar wenigen Habseligkeiten ist oft alles, was sie noch haben.

Uns macht dies fassungslos und sprachlos. Die Bilder der Zerstörung und des Leids lösen eine ungeahnte Hilfsbereitschaft aus. Es ist uns ein Bedürfnis vor Ort zu helfen und Geflüchteten ein Obdach zu bieten. An vielen Orten werden Hilfskonvois organisiert: Trinkwasser, Lebensmittel, Hygieneartikel und Medizinprodukte werden verladen und ins Grenzgebiet geschafft. Bei uns ankommende Flüchtlinge erfahren Hilfe, Unterkünfte werden eingerichtet und sie werden in großer Zahl sogar in Familien aufgenommen.

Währenddessen geht das Kriegstreiben mit unverminderter Härte weiter. Die Evakuierung der Zivilbevölkerung über Fluchtkorridore scheitert wiederholt aufgrund wieder aufflammender Gefechte entlang der Route, eine vereinbarte Waffenruhe wird oft nicht eingehalten Die Spirale der Eskalation und Gewalt dreht sich weiter.

Auch unter uns haben viele Angst vor einem noch größeren Krieg, womöglich noch mit Atomwaffen. Auf der Suche nach Frieden bin ich unweigerlich über die Jahreslosung 2019 gestolpert: „Suche Frieden und jage ihm nach.“ (Ps. 34, 15)

Cornelius Kuttler, der Leiter des EJW, teilt seine Gedanken dazu mit uns:

 

Neuanfang

wenn nichts mehr geht
wenn Schweigen das Lachen erstickt
und man sich nichts mehr zu sagen hat
wenn Dornen der Bitterkeit den Ausweg versperren
dann suche
suche den Frieden

wenn du dir selber im Weg stehst
wenn Frieden nur noch ein großes Wort zu sein scheint
wenn eine streitzerrissene Welt
sich nach Versöhnung sehnt
dann gehe
gehe den ersten Schritt

wenn die Kraft fehlt neu anzufangen
wenn niemand den Mut dazu hat
wer geht den ersten Schritt?
wer macht sich auf die Suche nach Frieden?

Nicht nur von Frieden gesprochen hat er
sondern er hat ihn gelebt
Friedefürst wird er genannt
Jesus Christus
Frieden bringt er
der tiefer reicht als wir verstehen und begreifen können
dem Sturm befiehlt er: Sei still!
der Verzweifelten begegnet er mit Liebe
dem Ausgestoßenen reicht er die Hand
durch verschlossene Türen tritt er und sagt:
“Friede mit dir!”

dieser Friede verändert
wenn nichts mehr geht
kann Neues beginnen
leise vielleicht und vorsichtig
ein Spalt in der bisher verschlossenen Tür
ein Neuanfang mit einem ersten Schritt
ein Hoffnungsstreifen am Horizont

Ralf Lehmann

1. Vorsitzender

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