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Monatsandacht Juli

Neuanfang?

Vor zwei Wochen habe ich begonnen mir Gedanken über diese Andacht zu machen und ich habe zu schreiben angefangen. Als ich heute die Andacht von Tamara für den Monat Juni gelesen habe, habe ich festgestellt, dass uns ein ähnliches Thema beschäftigt, und ziemlich sicher sind wir da nicht die einzigen. Ähnlich und doch ganz anders nehme ich euch nun auch bei meinen Gedanken mit.

Stehen wir vor einem Neuanfang nach Corona? Nein, einen kompletten Neuanfang brauchen und wollen wir nicht, es war ja schließlich nicht alles schlecht vor Corona. Einerseits brauchen wir den Mut, wieder mit bewährten Dingen zu beginnen, liebgewordene Gewohnheiten wieder aufzunehmen und wenigstens zum Teil alte Routinen aufleben zu lassen. Es gibt viele Dinge, die uns wichtig waren und sind. Wir warten auf die Zeit uns zu treffen, die tolle Gemeinschaft auf Freizeiten erleben zu dürfen und gemeinsam über die Welt, über uns und über Jesus zu sprechen. Und so ein bisschen muss man sich tatsächlich wieder an größere Gruppen und an das Unterwegssein gewöhnen.

Auf der anderen Seite erleben wir, wie wir mit fallenden Inzidenzwerten ganz schnell in alte Verhaltensmuster zurückfallen, die uns teilweise auch das Leben schwer gemacht haben: Die Termine werden mehr, die Straßen, die Büros und die Züge voller. „Endlich wieder Urlaub!“, ist ein Thema, das uns bewegt. Viele Veranstaltungen, Versammlungen und Feiern werden nachgeholt, der Kalender füllt sich kontinuierlich – und vielleicht bleibt dabei auf der Strecke, was wir in Coronazeiten auch hatten: Die Zeit für uns, für Ruhe und für die Dinge, die uns wirklich wichtig sind.

Ich denke, es wird langsam Zeit, dass nicht mehr nur Corona allein unser Leben bestimmt, sondern wir selbst aktiv unseren Alltag gestalten. Das geht natürlich nur, solange die Zahlen weiter fallen und die Pandemie in einem gemäßigten Rahmen bewegt. Dann müssen wir aber ja nicht alles ganz genauso machen, wie es war. Bei manchem machen Veränderungen vielleicht keinen Sinn, bei anderem jedoch schon. Also doch ein Neuanfang im Kleinen?

Noch einmal über „Los“ gehen, alles anders, besser machen. Wer hat sich das nicht schon gewünscht. Zu einem Teil haben wir jetzt eigentlich eine gute Gelegenheit, das zumindest partiell umzusetzen. Vielleicht ist jetzt der richtige Zeitpunkt, darüber nachzudenken, was wirklich wichtig ist, und auch Prioritäten zu setzen. Die Erfahrung, dass eigentlich wichtige Dinge ganz plötzlich einfach „gestrichen“ werden, war für mich und vielleicht auch für euch eine neue Erfahrung. Tatsächlich ging das einfacher als ich je gedacht hätte. Über die vergangenen Monate staune ich immer wieder.

Gott wird an unserer Seite sein, die Bibel ist voll von Geschichten über einen Neuanfang. Z.B. wagt auch Noah im Vertrauen auf Gott einen Neuanfang:

„Gott sprach zu Noah: Komm heraus aus deiner Arche, deine Söhne, deine Frau und auch die Frauen deiner Söhne. Bring mit dir alle Tiere heraus, alle Wesen aus Fleisch, die Vögel ….“

Die Freiheit unser Leben zu gestalten hat Gott in unsere eigenen Hände gelegt. Es ist nun an uns selbst, was wir daraus machen.

Petra Grüner, BAK-Mitglied

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